Qualität in der Kunst, sowie Gefallen

Was ich letztens über Qualität in Kunst schrieb, stimmte!

Aber man konnte es nicht verstehen, weil es zu kompliziert formuliert war, deshalb ist der Text jetzt viel verständlicher und auch stark verkürzt.

 

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Sorry.

 

Qualität in der Kunst, sowie Gefallen

 

Also, ich habe schon bei der 1.Fassung dieses Textes nicht so daneben gelegen, und bei der 2.Fassung habe ich es zwar getroffen, aber es klang zu kompliziert beim Lesen, so dass man es gar nicht verstehen konnte.

 

Deshalb versuche ich bei der 3.Fassung es verständlicher zu formulieren, wobei ich nur hoffe, dass ich nichts verfehle.

 

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Also, es geht darum, wie man Qualität in der Kunst messen kann, bzw. woran es liegt, dass einem das Kunstwerk gefällt und einem anderen nicht. Der Punkt ist, dass ich mich nicht mit diesem Satz "Es gibt keine Definitionen von Kunst" so leicht zufrieden geben möchte, weil ich mich einfach schon zu lange damit, immer noch täglich, beschäftige.

 

Also, es ist gar nicht so abwegig, wie man denken könnte, aber große Komponisten in der Musik, sowie in der Kunst, als auch in der Literatur haben die Gemeinsamkeit, dass in ihrer Kunst eine gewisse Logik oder begreifbares System dahintersteckt. Demnach glaube ich schon, dass Werke, die sehr "unlogisch" und "beliebig" gemacht worden sind, keine gute Qualität haben, wobei man gerade bei solchen knappen Behauptungen insofern aufpassen muss, dass irgendein Genie oder ein (doch!) großer Zufall gegen diesen Satz spricht, aus dem Grund, weil Kunst eben ein sooooo großes Feld ist, wo man mit vielen Überraschungen rechnen kann. Aber es ist schon so, dass von der Tendenz es so ist, wie ich es empfinde. Ich merke immer bei Kunstwerken großer Künstler eine "festgelegte Absicht".

 

Ich mag deshalb das Bild nicht, wenn man z.B. sagt: "Oh... da ist ein Puzzle und wir fügen Stück für Stück dahin und schon wird es ein Meisterwerk", das hört sich zwar schön und simpel an, aber es trifft von der Wahrnehmung ganz anders, wie ich es mir vorstelle. Der Punkt ist eben, dass ich früher ganz Laie war, so dass zum einen mich erinnern kann, wie ich mir vorstellen könnte, wie auch andere, die Laien sind, es empfinden könnten, aber das ich heute anders ein Experte bin, so dass ich auch ein Blick dafür finde. Deshalb habe ich eine gute Vorstellung, wie manche von euch fühlen könnten (!)

 

Ich glaube, zum Beispiel, dass "Geschmack" keine Rolle für die Qualität spielt. Sagen wir z.B. der Geschmack ist wie "eine schöne Blume", ein anderer hat den Geschmack eines "bösen Teufels", tatsächlich kann man einen guten "bösen Teufel" darstellen, sowie eine schlechte "schöne Blume". Ja... ich muss zugeben, ist schwierig, das verständlich zu erklären. Aber Geschmack ist vergleichbar, wie einfach eine reine "Farbe". Wer hat was gegen "blau"? Wer gegen "grün"? Versteht, ihr? Das kann man nicht mit Qualität messen. Man kann aber vielleicht sagen: "Wow... der hat aber einen schlechten Geschmack." --> Wie z.B. eines "bösen Teufels". Wie ich sagte, weil die Kunst so ein Riesenfeld ist, bin ich auch hier vorsichtig und sage lieber, es ist eine Tendenz. Denn man könnte ja sagen: "Nee, bei diesem Komponisten kann man Geschmack von Qualität nicht trennen (!)", ok, ja! Glaube ich sofort!

 

Was nochmal die Qualität betrifft: Je komplexer ein Kunstwerk ist, desto mehr Chance für bessere Qualität meiner Meinung nach hat die Kunst, als bei weniger komplexen Werken. Deshalb sind größere Musikstücke in dem Sinne oft besser, als nur Werke, die z.B. nur 1 Minute haben, weil sie mehr Anzahl an Informationen in sich haben, so dass man damit mehr machen und erreichen kann.

Zu dumm nur (^^), dass es auch kleine Werke gibt, wie z.B. 7.Prelude von Chopin, die berühmt sind und Geschichte gemacht haben. Aber ich muss trotzdem sagen, und ich bin mir sicher, das sehen auch viele andere Experten ebenfalls: Der Ring der Nibelungen von Wagner, mit einer Komplexität von 4 Opern, ist etwas Unerreichtes und etwas Einzigartiges, im Hinblick auf die Komplexität.

Und glaubt mir, ich bin kein Fan von Wagner, aber mich ziehen außergewöhnliche Werke mit einer unglaublichen Qualität, unabhängig von wem auch immer, einfach an!

Aufpassen: Vom Komponisten Johannes Kreidler, habe ich gelernt, dass ein 1-minütiges Werk auch 70.000 Stücke (per Computer) beinhalten kann. Insofern wäre die reine Länge an sich, wie man hier sieht, kein Kriterium bezüglich dieses.

 

Ja, jetzt kommt die Frage: Und warum gefällt es mir nicht und warum gefällt es dir? Gefallen ist gar nicht so weit weg von der Qualität, aber die Überschneidung kommt nicht immer (!) Ich muss sagen, mich beeindrucken Sätze, wenn ich sowas höre, wie: "Hm... das ist eine wirklich hohe, hohe Qualität, obwohl es mir persönlich nicht gefällt." Wie ihr seht, muss gefallen nicht immer mit Qualität zusammenhängen.

 

Ja, und es ist schon so, dass, ob es euch gefällt oder nicht, dass auch euer subjektiver Geschmack der Schlüssel dazu ist, und dieser Geschmack betrifft alle Ereignisse, die ihr in eurem Leben erlebt hattet, also alles, was euch gefallen hat, speichert ihr sozusagen in eurem Kopf, oder Momente, die euch beeindruckt haben. Ich sage mal so, je wichtiger und bedeutender ein Moment in eurem Leben war, desto mehr beeinflusst es eure "Gesamtwahrnehmung" in eurem Kopf, wenn ihr dann beurteilen müsst, ob euch das Kunstwerk gefällt oder nicht.

Nebenbei, etwas unwichtiger, aber unterschätzen dürft aber auch nicht: Wie eure geistliche Verfassung an diesem Tag ist, oder was ihr an diesem Tag gegessen / getrunken habt, sowas, versteht ihr? Das ist auch mal nicht ganz zu unterschätzen.

 

Und dann gibt es so Fragen wie "Gibt es perfekt oder nicht?". Natürlich kann man sagen: "Ich finde es perfekt", warum? Weil es für dich persönlich in diesem Moment so ist, dass dieses Wort, das nicht umsonst im Duden existiert, endlich Gebrauch findet!

Natürlich, jetzt kommt das: Streng genommen, ja! Findet - bei allem, was ich in diesem ganzen Text bisher geschrieben habe - bei jedem von uns "eine gewisse Aufrundung und Abrundung" statt, weil wir ja z.B. nicht unendlich exakt genau mit unserem begrenzten menschlichen Körper so wahrnehmen und empfinden können. Deshalb hat jeder von uns eine "bestimmte Grenze", und die ist erstens bei jedem individuell anders und zweitens kann sie zeitlich, sogar je nach Situation, schon schwanken.

Man kann deshalb sagen: Sobald das Kunstwerk über eine bestimmte Grenze hinausläuft, die bei jedem von uns das eigene individuelle + Zeitliche ist, gefällt uns das Kunstwerk oder nicht, oder es ist für uns "sogar perfekt", wenn unser Gehirn nichts mehr finden kann, was ihn stört, oder was man nicht mit Worten auszusprechen als würdig empfinden würde.

 

Ich hoffe, ihr könnt langsam verstehen, was Qualität und Gefallen in der Kunst ausmacht. Ja, das Witzige ist, es ist doch unser Gefühl und Gefühl ist nicht messbar! Aber doch möchte ich tatsächlich diesen erstaunlichen und unglaubwürdigen Satz sagen: Der Gefühl arbeitet mehr mit Logik, als man selber vom Verstand denken würde! Und ich bin mittlerweile, ob ihr es glaubt oder nicht, langsam an der Grenze, dahinterzukommen, dass mein Gefühl die ganze Zeit meines Lebens "unterbewusst logisch" gearbeitet hat...

Tatsächlich kommt man mit dem Gefühl weiter als mit dem Verstand. Aber es ist auch, dass irgendwann "wenn der Künstler älter und älter wird und so unglaublich viel Erfahrung hat", dass er dann tatsächlich mit seinem Verstand und nackte Analyse seine Kunstwerke kreieren kann (!) Aber bis dahin, benötigt er viel Übung und Erfahrung...

 

Nun, ich hoffe, euch hat dieser Blog-Artikel endlich jetzt etwas mehr zugesagt, als jemals bis dahin, und ich hoffe, dass ich mich nicht wieder schämen muss :)

 

Ich wünsche euch einen schönen Tag und habt viel Spaß mit euren Kunstwerken und Kreationen!