Gericht des Tages: Pastirma


Heute habe ich etwas gegessen, das ich NOCH NIE in meinem Leben gegessen habe.

 

Wer meine anderen Blog-Artikel kennt, weiß, dass ich gerne zu meinem Stammcafé gehe. Am Samstag gehe ich jedoch zu einem anderen Café, das jedoch eine starke Verbindung mit meinem Stammcafé hat. Anfangs hörte ich, der Manager ist bei den beiden Cafés der Gleiche, dann hörte ich jedoch, dass bis "heute", mein Stammcafé die Kaffebohnen von diesem anderen Café geliefert bekommen hatte, aber nun endlich die eigenen Kaffebohnen herstelle und sich selbstständig mache.

Wie auch immer die Geschichte richtig ist (ich fragte die Kellner nicht nochmal, weil ich mich nicht aufdrängen wollte), die Speisekarte und das Konzept ist bei beiden Kaffees sehr ähnlich bzw. von der Art "gleich", weshalb ich meine positiven Erlebnisse bei dem Café am Samstag und die von meinem Stammcafé automatisch im Kopf - in meinem komischen Gehirn - reflexhaft irgendwie IN EINEM sehe...

 

An der Stelle: Also wirklich ! Wie oft habe ich schon Neues bei beiden Cafés kennengelernt ? Wirklich, ich werde das nie vergessen. Das war noch nie so in meinem Leben passiert... So viel Neues ! Das ist für mich ein intimes, geheimes Geschenk !

 

Ich wagte heute den "Bagel - Pastirma". In meinem Café am Samstag war es heute sehr voll. Ich erinnere mich, dass noch vor über einem Jahr das Café kaum von Kunden besetzt war. Damals war das Café noch ganz neu und niemand kannte es wirklich. Ich hatte schon damals die Begeisterung inne, die ich heute noch pflege. Und siehe an... - jetzt ist das Café supervoll, und es war wieder mal so, dass das regelmäßige Besuchen des Cafés von der Massenkundschaft erst eine gewisse Zeit später nach der Eröffnung des Cafés bzw. nach der "Einführung des Neuen" kam.

 

Ich wusste, als ich dieses Gericht bestellte, nur eins, dass Pastirma ein Rinderschinken war. Ich hatte schon die kleine Vermutung, dass es schon eine Nummer sein muss, wenn nicht nur die Zutat dieser Rinderschinken ist, sondern es auch noch im Namen auf der Speisekarte "extra" ausgeschrieben wird. Ich war zu 50 % gespannt - denn erfahrungsgemäß muss das ja trotzdem nicht so besonders gut schmecken...

 

Der Teller wurde gebracht: Der Pastirma hatte eine rote Farbe und wirkte "herb" / also nicht fein. Es erinnerte mich persönlich an den etwas bekannteren "Pastrami-Schinken", diesen ich jedoch hingegen schon öfters in meinem Leben gegessen hatte.

 

Ich hatte gar keine Ahnung, was mich erwartet. Ein kleines Stück Pastirma schaute aus meinem Bagel heraus und ich biss gespannt ab und wollte einfach probieren, wie dieser spezielle Schinken nun wohl schmeckt... ... aha... ... und als ich dann runterschluckte...

 

UNGLAUBLICH ! Es schmeckte... ...EINZIGARTIG ! Nicht nur, dass ich diesen Rinderschinken noch nie gegessen hatte, sondern dass auch sogar der Geschmack einzigartig war !! Das ist ein Wunder, nicht zu fassen - mit meinen 27 Jahren (ob Zufall oder nicht, vor 4 Tagen ist genau das Halbjahr zwischen meinen Geburtstagen).

 

Wirklich ! Er schmeckte in Richtung "herb", "grob", es passt Schärfe dazu (deshalb war wahrscheinlich in meinem Bagel dazu Sahnemeerrettich), "würzig". Ebenso auffällig war diese besondere "ausdrucksstarke Welle" beim Aroma beim Verspüren dieses Schinkens mit der Nase.

 

Mit dem Sahnemeerrettich, mit den Essiggurken, mit dem Frischkäse und dem Rucola war dieser Bagel nicht nur etwas zum Essen, sondern wurde mehr noch, zu einem Erlebnis !

 

Erst später informierte ich mich im Internet mehr über diesen Schinken. Dieser Schinken kommt aus der Türkei und war im altosmanischem Reich weit verbreitet. Er gehört zu der Gruppe des "Trockenfleisches", weil er über eine gewisse Zeit lang in Gewürzen gelagert und anschließend zum Trocknen aufgehängt wird.

 

Habe also wieder was Neues kennengelernt :)